Welzheim

Kindergarten Sophie Schuhr Thema im Gemeinderat: Piratenfraktion verlangt Klarheit

KI Generiertes Schild zur Schließung des Kindergartens Sophie Schur
KI Generiert

Im Rahmen der Beratungen zur Kindergartenbedarfsplanung im Welzheimer Gemeinderat fordert die Piratenfraktion mehr Transparenz zur Zukunft des Kindergartens Sophie Schuhr.

„Die Evangelische Landeskirche hat deutlich gemacht, dass sie das Gebäude perspektivisch aufgeben und nicht weiter investieren möchte. Ein konkretes Enddatum wurde bislang jedoch nicht genannt. Gleichzeitig ist klar, dass sich die Situation des Gebäudes ohne Investitionen nicht verbessern wird“, erklärt Philip Köngeter.

Die Fraktion stellt dabei ausdrücklich klar, dass nicht die Stadt Welzheim den Kindergarten schließen wolle. Die mögliche Aufgabe der Einrichtung gehe von der Evangelischen Landeskirche aus, die aufgrund des bestehenden Sanierungsstaus und sinkender Mitgliederzahlen nicht weiter in das Gebäude investieren möchte. „Das muss jedem klar sein“, so Köngeter.

Gleichzeitig betont die Fraktion, dass dies auch für die örtliche evangelische Kirchengemeinde ein schwerer Schlag sei. Die Verantwortung für die aktuelle Entwicklung liege nicht bei den Verantwortlichen vor Ort, sondern bei den strukturellen Entscheidungen und finanziellen Zwängen auf Ebene der Landeskirche.

Die Piratenfraktion fordert deshalb, dass die Evangelische Landeskirche ein mögliches Enddatum frühzeitig benennt und die bestehenden Gruppen mindestens bis zu deren regulärem Ende fortführt. Gleichzeitig müsse die Stadt vorbereitet sein, rechtzeitig Lösungen zu entwickeln, falls die Kirche tatsächlich aussteigt.

Köngeter erinnert zudem daran, dass bereits im Haushalt 2021 rund 180.000 Euro städtischer Zuschüsse für Sanierungsmaßnahmen vorgesehen waren. Grundlage war ein damaliger Sanierungsplan der Evangelischen Kirche. Verwendet wurden diese Mittel jedoch nie. Gleichzeitig habe die Stadt den notwendigen Austausch der Heizungsanlage mitbezuschusst, da dieser zwingend erforderlich gewesen sei.

„Jetzt erklärt die Landeskirche, das Gebäude aufgeben und nicht weiter investieren zu wollen. Gleichzeitig hören wir, der Zustand des Gebäudes sei schlechter als gedacht. Konkrete Zahlen oder belastbare Unterlagen dazu liegen dem Gemeinderat aber bis heute nicht vor“, erklärt Köngeter weiter.

Die Piratenfraktion fordert deshalb, dass die Ergebnisse der Untersuchungen zur Gebäudesubstanz offengelegt werden, um Transparenz und eine nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage zu schaffen.

Positiv bewertet die Fraktion, dass Stadtverwaltung und Gemeinderat in den vergangenen Jahren stark in Kindertagesstätten investiert haben. Dadurch könne eine mögliche Schließung aufgefangen werden, ohne die Betreuungssituation zu gefährden.

Aus Sicht der Piratenfraktion ist die Kinderbetreuung ohnehin eine staatliche Aufgabe. Gleichzeitig dürften sich die Kirchen nicht wundern, wenn sich Mitglieder zunehmend fragen, wofür Kirchensteuern eigentlich verwendet werden, wenn sich die Kirchen Schritt für Schritt aus zentralen gesellschaftlichen Aufgabenbereichen zurückziehen. Dies betreffe beide Landeskirchen gleichermaßen.